Freiheit für Nadia Desdemona Lioce (BR-PCC)
Die Informationen über die bisherigen Ereignisse sind
dünn und lückenhaft:
Im Zuge einer angeblichen Routinekontrolle im Regionalzug von Rom nach Florenz
entwickelte sich in den Morgenstunden des 2. März 2003 ein Feuergefecht
zwischen zwei Militanten der BR/PCC und Angehörigen der italienischen Bahnpolizei.
Der Brigadista Mario Galesi wurde dabei, ebenso wie ein staatliches Repressionsorgan,
tödlich verwundet, die Brigadista Nadia Desdemona Lioce verhaftet.
Sofort nach ihrer Verhaftung bekannte sich Nadia zu ihrer politischen Identität
als Mitglied der BR/PCC und erklärte sich zur politischen Gefangenen. Sie
wurde intensiv verhört und zwei Tage darauf im Gefängnis Solliciano
in Florenz in Isolationshaft gesteckt. Im Zuge der Verhöre wies sie jede
Zusammenarbeit mit den staatlichen Repressionsorganen zurück und verlangte
die Zuerkennung des Status einer politischen Gefangenen.
Nach Auskunft ihres Anwaltes wird sie des Mordes und versuchten Mordes mit terroristischem
Hintergrund (im Zusammenhang mit den Liquidierungen von Biagi und D'Antona),
sowie der Mitgliedschaft in einer illegalen bewaffneten Vereinigung beschuldigt.
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Im
Rahmen ihrer ersten Anhörung am 5. März verlas sie eine längere
Erklärung, die bislang nur in Auszügen bekannt ist. Darin heißt
es sinngemäß: "Das Ziel des Bewaffneten Kampfes ist der Angriff auf die soziale, institutionelle und ökonomische Erneuerung des imperialistischen Staates. In diesen Plan fügt sich auch die Aktion der Liquidierung des Regierungsberaters Marco Biagi vom 19. März 2002 ein. Im Rahmen dieses Planes vermeiden die revolutionären Kräfte konsequenterweise den Zusammenstoß mit dem Feind, wenn es nicht diesem Ziel entspricht. Der Genosse Mario Galesi ist eben unter diesen Bedingungen gefallen. Er hat der Revolution die eigene Energie ohne jede Grenze zur Verfügung gestellt." Sie bekennt sich in ihrer Erklärung auch zum strategischen Ziel der BR/PCC, wie es in der Erklärung zur Liquidierung von Biagi festgelegt wurde: "Das Ziel der revolutionären Kräfte ist der Wiederaufbau einer antiimperialistischen Avantgarde, die in der Lage ist, die Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen revolutionären Krieg durchzuführen. In diesem Projekt sind die ausgebeuteten und erniedrigten arabischen und islamischen Massen die natürlichen Verbündeten des Metropolenproletariats." |
Gerade kurz vor Ausbruch der US-Invasion gegen den Irak trifft diese Verhaftung die Situation der radikalen Linken in Europa hart. Die BR/PCC haben in ihrer über 30jährigen Praxis bewiesen, dass sie in der Lage sind, den Plänen der imperialistischen Hegemonialmacht USA konsequent entgegenzutreten. Mehrmals wurde die US-Militärmaschinerie und ihre führenden Exponenten in Italien durch Angriffe der BR/PCC schwer getroffen, wie uns durch die Entführungen und Liquidierungen der US-Generäle Dozier und Hunt noch gut im Gedächtnis ist.
Wir bekennen uns in unserer Verantwortung zum Projekt der Wiedererrichtung
einer militanten antiimperialistischen Perspektive in Europa, wie sie die BR/PCC
in ihrer Erklärung zur Biagi-Liquidierung auf den Punkt gebracht haben:
"Der Widerspruch, in dem sich heute die Artikulation einer revolutionären
politischen Linie bewegen muss, liegt zwischen dem Anfangsstadium des Wiederaufbaus
der Kräfte in Beziehung zur politisch-strategischen Reife des Erbes des
Bewaffneten Kampfes für den Kommunismus und den stattgefundenen Veränderungen
der Merkmale der politischen Vermittlung und der Auseinandersetzung zwischen
den Klassen, in die die Konterrevolution all das eingebracht hat, was sie als
zweckmäßig empfand, um der revolutionären Option entgegenzuwirken,
um so die Artikulation von politischen Machtansprüchen der Klasse zu unterdrücken
und zu schwächen."
Wenngleich wir die notwendigen Schritte und programmatischen Änderungen im Rahmen einer revolutionären Strategie in einer Phase des strategischen Rückzuges, die wir auch in Bezug auf die Gesamtsituation der revolutionären Kräfte in Europa für gegeben halten, in einigen Aspekten anders einschätzen als die Genoss/innen der BR/PCC, erkennen wir jedoch eindeutig und ohne den geringsten Zweifel unsere untrennbare Verbindung zu ihnen an.
Gerade in Zeiten der allgemeinen politischen Turbulenzen - wie sie jetzt ausgelöst durch die aktuelle US-Aggression vorliegen - sehen wir die unbedingte Notwendigkeit, unsere Einheit mit den kämpfenden politischen Gefangenen zu betonen. Kein Isolationsgefängnis, keine noch so ausgeklügelte Repression kann uns von ihnen und ihrem Kampf trennen.
Nadia steht an der Front des Kampfes - trotz des Schlages, den sie durch ihre Verhaftung und den Verlust ihres Genossen hinnehmen musste, zeigt sie keinen Millimeter des Nachgebens. Sie beweist uns allen, was revolutionäre Tugenden zu sein und wie sie sich zu artikulieren haben. Sie ist nicht allein in ihrem Kampf!
Den Wiederaufbau einer militanten antiimperialistischen Perspektive
vorantreiben!
Die strategischen Projekte des Imperialismus angreifen!
Krieg dem Krieg! Für die Niederlage der US-Invasion!
Der gefallene Genosse Mario Galesi ist in unserem Herzen!
Sofortige und bedingungslose Freilassung von Nadia Desdemona Lioce!
Für den Kommunismus!
Forum für Diskussion
21.3.2003
Durchbrecht Nadias Isolation und schreibt ihr:
Nadia Desdemona
Lioce
Carcere Solliciano
Via Minervini, 2
I-50018 Firenze
Italia