Stellungnahme zu aktuellen internen Entwicklungen
Nach längeren
Vorarbeiten nimmt die Formierung einer arbeitsfähigen Struktur, die aus
dem relativ offen konzipierten "Forum für Diskussion" hervorgeht,
konkrete Formen an. Zur Erinnerung: das Forum-Projekt bezog - und bezieht -
Genoss/innen aus unterschiedlichen Zusammenhängen (auch mit unterschiedlichen
politischen Verortungen) im deutschsprachigen Raum ein. Es war - und ist - gedacht
als eine Möglichkeit, diejenigen Diskussionsprozesse konzentriert anzugehen,
die für die Weiterentwicklung kommunistischer Politik in den Metropolen
- im Sinne einer Rekonstruktion einer revolutionären strategischen Linie
- heute entscheidend sind. Gerade die Versäumnisse in diesem Bereich waren
für die schwere Niederlage revolutionärer Politik Ende der 80er, Anfang
der 90er Jahre des 20.Jahrhunderts von entscheidender Bedeutung. So sahen -
und sehen - wir darin einen Weg, der uns aus der Analyse unserer historischen
Fehler und Schwächen zu einer neuen offensiven Bestimmung führen kann.
Die Umstellung unseres Webhosts (und damit die auch logistische Zusammenführung
unserer Site mit der Solidaritäts-Site für Rainer Dittrich) ist ein
Ausdruck der beginnenden konkreten Festigkeit, die unser Projekt im Rahmen dieses
Diskussionsprozesses gewinnt. Es ist ein Beginn - und schon gar kein Ende des
"Forums", umso mehr, als der Vereinheitlichungsprozess auf der jetzigen
Stufe nur einen Teil der in der Diskussion Beteiligten umfasst.
Die über den Aspekt unserer eigenen Verständigung hinausgehende Notwendigkeit
der angestoßenen Debatten zeigt sich auch in der für uns überraschenden
Resonanz des Textes "Im Westen nichts neues". Einerseits brachte er
uns selbst in den deutlich formulierten strategischen Konsequenzen im Erkenntnisprozess
voran, andererseits war auch die Rezeption außerhalb unseres Kreises erkenntnisreich.
Zum einen diejenigen, die in ihrer offenen, soldarisch-kritischen Auseinandersetzung
mit dem Text die Ernsthaftigkeit ihres Interesses an der Weiterentwicklung kommunistischer
Positionen dokumentierten, zum anderen die linksreformistischen Counter-Strukturen,
die den Text gerade im Zusammenhang mit ihrer politischen Bekämpfung der
Wiener Opernballdemonstration 2003 wiederholt bearbeiteten (so bezogen sich
die bürgerliche Wochenzeitung "Format" und das linksreformistische
DÖW explizit auf den Text und warnten vor seinen Konsequenzen - gerade
in Bezug auf das darin geäußerte Verständnis von strategischem
Internationalismus). Diese Resonanz in reaktionären Kreisen beweist uns
indirekt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn diejenigen, die aufgrund
ihrer kleinbürgerlichen Klassenposition das vehementeste Interesse an einer
linken Politik haben, die jedes konkrete revolutionäre Projekt von sich
weist, die besondere Gefährlichkeit unserer Texte erkennen, beweist es
mit Mao, dass wir die Zuspitzung in die richtige Richtung führen.
Darüber hinaus erkennen wir an, dass der Bruch in der revolutionären
politischen Debatte seit Anfang der 80er Jahre zu einem Vakuum geührt hat,
das eine offene Auseinandersetzung mit unserem Text erschwert. Gegen dieses
historisch bedingte Un- und Missverständnis, dass sich vor allem in der
Dominanz der Diskussion durch dogmatische (sei es ökonomistische, sei es
moralisch-idealistische) Abweichungen äußert, sehen wir unsere Verantwortung,
die Auseinandersetzung durch weitere Interventionen (sei es von uns, sei es
von anderen) voranzutreiben. Immer mit dem ersten Ziel, unsere eigene Vereinheitlichung
qualitativ wie quantitativ zu erweitern.
Forum
für Diskussion
Juni 2003